Einblicke in die Arbeitsweise

Die Kinder bringen über psychodramatische Rollenspiele ihre persönliche Situation zum Ausdruck. Sie teilen uns in einer Symbolwelt mit, wie es ihnen geht und müssen über ihre Probleme nicht reden. Das Spiel selbst, die Begegnung mit der Gruppe und mit dem Therapeutenpaar bringt auf einer spielerischen und zugleich einer symbolischen Ebene Veränderung.

Die Kinder tragen ihre Konflikte und die erlebten Spannungen zwischen ihren Eltern auf die Bühne– und spielen am liebsten die Lösung .Wir arbeiten in jeder Gruppe mit einem Therapeutenpaar, einer Frau und einem Mann und wir mischen unsere Gruppen im Alter und Geschlecht der Kinder. Damit fördern wir im Spiel (in der Symbolwelt) das Auftauchen und Ausspielen von Familienszenen aus dem aktuellen kindlichen Alltag, und wir spielen auch mit. Entweder wir geben uns selbst Rollen oder lassen uns von den Kindern Rollen zuweisen und bieten damit den Kindern eine wichtige Übertragungsfläche.

Kinder machen neue, korrigierende Erfahrungen und bekommen die Erlaubnis, einen eigenen Weg zu gehen. Damit bekommen die Kinder alternativ Szenen vermittelt und eine Nachsozialisation ermöglicht.

In einem Bauernhofspiel stellten die Kinder Tiere dar, wir bekamen die Rollen Bauernpaar. Anstatt einer Idylle erwartete uns eine Tollwutepidemie und lauter kranke Tiere - die von den Bauern bisher nicht gut versorgt worden sind. Im Spiel ließen sich die Kinder schließlich von der Tollwut heilen und von den Bauern versorgen. Über Feedback - in Form der Gespräche zwischen den Bauern - erhielten die Tiere Information über ihre Situation, über ihre Entwicklung.

Die Gruppe bietet einen neutralen Ort, an dem Kinder Sicherheit und Unterstützung zur Bewältigung ihrer Probleme finden.

Die kleinen Gruppen und die Co-Therapie ermöglichen vielfältige Interventionsformen und ein besonderes Eingehen auf jedes einzelne Kind. Dabei achten wir mehr darauf, wie ein Kind spielt, als dass wir die gewählte Rolle deuten.

Ein teilnehmendes Kind mit schweren Angststörungen und traumatisierenden Gewalterlebnissen zwischen seinen Eltern hat sich im ersten Rollenspiel als an einem Baum angebundenen, wehrlosen Hund dargestellt. Ermutigt durch die Gruppe war er im nächsten Rollenspiel bereits ein Panther. Verhalten hat er sich aber noch wie eine kleine Katze, die gestreichelt werden wollte und harmlos um die Füße streicht. Von diesem Spiel weg ist er immer eifrig in die Gruppe gekommen und wollte fortan nur mehr Panther spielen. Bis zum Abschluss ist es ihm gelungen, in das Fell des Panthers hineinzuwachsen und ein wirklich gefährliches Raubtier zu sein. Er hat gelernt, mit der eigenen Aggression umzugehen, sich zur Wehr zu setzen und seine Wut zu zeigen.  Die Mutter berichtete, dass seine blockierenden Ängste zuhause und in der Schule aufgehört haben.

Die Kinder werden in der Gruppe in einem sehr positiven Sinn gefordert, sie übernehmen Rollen und Aufgaben, lernen mit Nähe und Abgrenzung umzugehen.  Sie müssen lernen sich sowohl durchzusetzen als auch anzupassen und ihre Bedürfnisse zu regulieren. Wir achten darauf, dass die Kinder ihre Verhaltensweisen erweitern und Gefühle zum Ausdruck bringen können.

 In der Gruppe machen Kinder neue soziale Erfahrungen und lernen oft andere Umgangsformen im Kontakt mit den Gleichaltrigen.

Das psychodramatische Rollenspiel ist immer ein Aushandeln und ein wechselseitiges Einstellen auf die anderen. Die neue Lebenssituation zuhause verlangt von den Kindern im Grunde genau das Selbe. Im Symbolspiel spiegeln sie dann ihre inneren Szenen und finden dafür wandelnde Formen

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